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Xentral

Lagerstruktur in Xentral planen: Lager, Plätze und Wege

Dennis FühnerDennis Fühner · 17. September 2026
Illustration: Lagerstruktur in Xentral planen: Lager, Plätze und Wege
KI-generiertes Bild

Das Wichtigste in Kürze

  • Xentral unterscheidet Lager und Regale beziehungsweise Lagerplätze.
  • Die Struktur muss physische Wege und die spätere Bestandsverwendung abbilden.
  • Prüfe Bezeichnungen, Barcodes und Buchungen in einem kleinen Bereich vor der vollständigen Einführung.

Eine Lagerstruktur ist dann hilfreich, wenn das Team einen Artikel schnell findet und jede Bewegung dem richtigen Ort zuordnen kann. In Xentral besteht die grundlegende Struktur aus Lager und Regal. Das Regal bezeichnet dabei einen Lagerplatz und muss kein vollständiges physisches Regal sein: Auch ein Fach, ein Behälter oder eine Bodenfläche kann so abgebildet werden.

Lager und Lagerplatz bewusst unterscheiden

Lege zuerst fest, welche Bereiche als eigene Lager geführt werden sollen. Ein Standort ist eine mögliche Grenze; entscheidend sind zusätzlich die Prozesse und die Verwendung der Bestände. Innerhalb des Lagers bilden Plätze die tatsächlich ansteuerbaren Orte ab. Xentral benötigt mindestens einen solchen Platz, um Artikel einzulagern.

Eine sehr feine Struktur ist nicht automatisch besser. Wenn mehrere Fächer im Alltag nie getrennt gebucht werden, sollte die zusätzliche Genauigkeit einen klaren Nutzen haben. Umgekehrt reicht ein einziger Sammelplatz nicht, wenn das Team dadurch bei jedem Pick lange suchen muss.

Entscheide im Lagerkonzept auch, ob chaotische Lagerhaltung zu euren Abläufen passt. Bei mehreren Standorten hilft die Planung für mehrere Lager in Xentral, Bestände und verfügbare Mengen sauber zu trennen.

Ein lesbares Kennzeichnungssystem entwickeln

Die Herstelleranleitung empfiehlt nachvollziehbare Kombinationen aus Buchstaben und Zahlen. Lege ein einheitliches Schema fest und teste es mit den Personen, die täglich im Lager arbeiten. Die Kennung sollte auf dem Etikett, im System und bei einer mündlichen Rückfrage eindeutig sein.

Ein mögliches redaktionelles Beispiel ist A01B: Bereich A, Regal 01, Fach B. Ob dieses Schema passt, hängt von eurem Gebäude ab. Vermeide Zeichenfolgen, die nur der Projektverantwortliche versteht. Plane ausreichend Platz für spätere Erweiterungen, ohne bestehende Bezeichnungen unnötig lang zu machen.

Einlagerung und Kommissionierung zusammen betrachten

Beim Einlagern wird ein konkreter Platz gewählt. Für das spätere Picken müssen die digitalen Orte zu den tatsächlichen Wegen passen. Notiere deshalb, wo Wareneingang, Nachschub, Versand und Klärfälle stattfinden. Diese Wege helfen bei der Entscheidung über Plätze und Beschilderung.

Für Mobile Picking beschreibt Xentral eine Sortiernummer je Lagerplatz, über die die Regalreihenfolge festgelegt wird. Die App kann die räumliche Anordnung nicht allein aus einer hübschen Bezeichnung ableiten. Gehe den geplanten Weg im Lager ab und kontrolliere, ob er praktisch funktioniert.

Bestandsverwendung gesondert prüfen

Ein physisch vorhandener Artikel muss nicht für jeden Vertriebskanal verfügbar sein. Prüfe zusätzlich Lagertypen, Projektbezug und die Einstellungen der jeweiligen Shop- oder Marktplatzanbindung. Die Lagerstruktur bildet die Grundlage, ersetzt aber nicht die Regeln für Reservierung und Bestandsmeldung.

  • Welche Mengen dürfen in den normalen Versand?
  • Welche Ware wartet auf Prüfung oder Nacharbeit?
  • Wie wird Nachschub bereitgestellt?
  • Welche Lager werden von angebundenen Kanälen berücksichtigt?
  • Wer darf neue Plätze anlegen oder bestehende ändern?

Mit einem klar abgegrenzten Bereich starten

Richte zunächst einen überschaubaren Bereich vollständig ein: Plätze anlegen, Barcodes drucken, Bestand zuordnen und die wichtigsten Bewegungen testen. Prüfe Einlagerung, Umlagerung und Entnahme. Stimmen die erwarteten Mengen und Orte nach jedem Schritt?

Dokumentiere das Namensschema und die Zuständigkeit für Änderungen. Erst danach sollte die Struktur auf weitere Bereiche übertragen werden. Unser Leitfaden zur Lagerverwaltung ordnet die weiteren Prozesse ein. Für die Planung sind ein einfacher Lagerplan, Artikelbesonderheiten und eure heutigen Laufwege eine gute Ausgangsbasis.

Passender Einblick aus einem Kundenprojekt

Als ergänzender Projektkontext beschreibt die Fallstudie reitstiefel.shop die Verbindung von Varianten, mehreren Standorten und zentralem Versand. Sie hilft bei der Einordnung zusammenhängender Lagerprozesse; die konkrete Einrichtung dieses Artikels ist daraus nicht als unveränderte Vorlage ableitbar.

Aus einem Lagerplan eine pflegbare Struktur machen

Skizziere zuerst den tatsächlichen Weg der Ware: Annahme, Prüfung, Einlagerung, Nachschub, Entnahme und Versand. Markiere außerdem Bereiche, in denen Ware bewusst noch nicht verfügbar ist. Unsere Empfehlung ist, für jeden Bereich seinen Zweck, die verantwortliche Rolle und die erlaubten Bewegungen festzuhalten. Erst danach leitest du daraus Lager und Plätze im System ab.

Ein illustratives Beispiel ist ein Retourenbereich direkt neben dem Versand. Die räumliche Nähe bedeutet nicht, dass die zurückgekommene Ware bereits wieder verkaufbar ist. Kläre zuerst die Prüfung und Freigabe. Eine treffende Bezeichnung hilft dem Team, ersetzt aber keine passende Bestands- und Prozesskonfiguration.

Die Grundstruktur in Xentral anlegen

Die Herstelleranleitung zur Lagerstruktur beschreibt die Anlage unter „Lager > Lagerverwaltung“. Dort legst du ein Lager an und ergänzt anschließend im Tab „Lagerplätze“ die konkreten Plätze. Mindestens ein Platz wird für die Einlagerung benötigt.

  1. Das Lager mit einer eindeutigen Bezeichnung anlegen.
  2. Einen Projektbezug nur entsprechend dem geplanten Prozess setzen.
  3. Die benötigten Lagerplätze mit einem einheitlichen Schema erstellen.
  4. Beschilderung und Systemkennungen am tatsächlichen Ort vergleichen.
  5. Mit einem kleinen Bestand Einlagerung, Umlagerung und Entnahme prüfen.

Für größere Mengen von Plätzen dokumentiert Xentral auch einen CSV-Import. Erstelle dafür zuerst eine kontrollierte Liste und prüfe eine kleine Auswahl. Ein schneller Massenimport vervielfacht andernfalls auch unklare Bezeichnungen oder Zuordnungen.

Platzname und Laufreihenfolge sind unterschiedliche Entscheidungen

Ein Platzname sollte eine Person sicher zum richtigen Ort führen. Die Laufreihenfolge soll einen brauchbaren Kommissionierweg ergeben. Ein alphabetisch sortiertes Schema muss nicht dem tatsächlichen Weg durch das Gebäude entsprechen. Gehe deshalb eine repräsentative Pickfolge mit dem Lagerteam ab, statt ihre Qualität allein am Bildschirm zu beurteilen.

Für Mobile Picking ist die dokumentierte Sortierung der Plätze relevant. Prüfe außerdem die Lesbarkeit der Etiketten mit den tatsächlich eingesetzten Geräten. Ein Nachdruck, ein zusätzlicher Bereich und eine neue Schicht sollten ohne individuelles Wissen des Einrichters beherrschbar sein.

Abnahme durch eine zweite Person

Unser vorgeschlagener Test: Eine Person lagert Ware ein und dokumentiert den Ort. Eine zweite Person findet dieselbe Variante allein anhand der Systemangaben, entnimmt die vereinbarte Menge und prüft anschließend den Restbestand. Danach folgt eine Umlagerung mit Kontrolle von Ausgangs- und Zielplatz.

Erwartet wird, dass Bezeichnung, physischer Ort und digitale Menge nach jedem Schritt zusammenpassen. Muss jemand mündlich ergänzen, „das liegt eigentlich hinten links“, ist die Struktur noch nicht ausreichend selbsterklärend. Notiere die Abweichung und ändere das Schema vor dem Ausbau.

Neue Plätze und Ausnahmen dauerhaft beherrschen

Lege fest, wer Plätze anlegen, umbenennen und außer Nutzung nehmen darf. Prüfe bei Änderungen offene Vorgänge, Beschilderung und betroffene Schnittstellen. Ein nicht mehr genutzter physischer Bereich darf nicht weiterhin als scheinbar gültiger Suchort im Alltag auftauchen.

Wenn Mengen nicht mehr nachvollziehbar sind, nutze die Prüffolge für Bestandsdifferenzen. Für die spätere Zählung hilft eine Struktur, deren Bereiche eindeutig abgegrenzt sind; die Inventurvorbereitung sollte deshalb schon beim Aufbau mitgedacht werden.

Quellen und fachlicher Stand

Herstellerdokumentation geprüft am 17. September 2026. Die Empfehlungen zur Projektorganisation sind redaktionelle Empfehlungen von CommerceOS.

Dennis Fühner
Dennis Fühner
Geschäftsführer & Gründer bei CommerceOS

Dennis ist Gründer von CommerceOS (founderlab GmbH) und Xentral Gold Partner. Mit seinem Team hat er über 200 ERP-Projekte für E-Commerce-Brands und Händler umgesetzt.

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Häufige Fragen

Was bedeutet Regal in Xentral?

Es bezeichnet einen Lagerplatz. Dieser kann ein Regal, Fach, Behälter oder eine andere eindeutig definierte Lagerfläche sein.

Braucht jedes Lager einen Lagerplatz?

Ja. Die Herstelleranleitung nennt mindestens einen Platz als Voraussetzung für die Einlagerung.

Sollten wir sofort sehr viele Lager anlegen?

Nur wenn die Trennung einen klaren Prozesszweck erfüllt. Eine überschaubare Struktur lässt sich leichter einführen und pflegen.

Wie beeinflusse ich die Reihenfolge beim Mobile Picking?

Die Dokumentation beschreibt Sortiernummern an den Lagerplätzen. Prüfe diese Reihenfolge anhand der tatsächlichen Laufwege.

Sind Mengen in einem Lager automatisch für alle Shops verfügbar?

Das hängt zusätzlich von Lagertypen, Projektbezug und den Einstellungen der jeweiligen Anbindung ab.

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