Das Wichtigste in Kürze
- Vergleiche denselben Artikel, denselben Standort und denselben Datenstand.
- Prüfe Lagerzuordnung und Berechnungsregeln vor einer manuellen Korrektur.
- Das Artikel-Journal zeigt, ob die Bestandsübertragung verarbeitet wurde oder fehlerhaft ist.
Ein unterschiedlicher Bestand in Shopify und Xentral ist nicht automatisch ein Synchronisationsfehler. Häufig werden verschiedene Mengen verglichen: physisch vorhandene Ware, verfügbarer Bestand oder die für einen bestimmten Shop-Standort berechnete Menge. Beginne deshalb mit einem einzelnen Artikel und einem klaren Sollwert. Die folgenden Schritte beziehen sich auf den dokumentierten Shopify-Connector in Xentral Connect.
Den Vergleich eindeutig machen
Notiere Artikelnummer beziehungsweise SKU, Variante, Xentral-Lager, Shopify-Standort und Zeitpunkt der Beobachtung. Bei Varianten muss die konkrete Ausprägung geprüft werden. Ein Gesamtbestand des Hauptartikels ist kein geeigneter Vergleich für die Menge einer einzelnen Größe.
Prüfe anschließend, ob zwischen den beiden Beobachtungen Bewegungen stattgefunden haben: Auftragseingang, Reservierung, Wareneingang oder Versand können den Zustand verändern. Dokumentiere einen kontrollierten Fall möglichst nah am selben Zeitpunkt. Eine zufällige Bildschirmaufnahme von gestern erklärt die heutige Abweichung nicht.
Prüfe zuerst die vereinbarten Synchronisationsregeln zwischen Shopify und Xentral. Wenn bereits der ERP-Bestand nicht zum Lager passt, hilft die Untersuchung von Bestandsdifferenzen in Xentral vor Änderungen am Shop-Connector.
Lager und Shopify-Standorte abgleichen
Im Bestandsworkflow beschreibt Xentral eine Lagerzuordnung zwischen ERP und Shop. Prüfe, ob der erwartete Xentral-Lagerort mit dem richtigen Shopify-Standort verbunden ist. Wenn ein Lager neu angelegt wurde und nicht auswählbar ist, nennt die Dokumentation die Funktion „Optionen neu laden“.
Entscheide fachlich, welche Bestände für den Shop verfügbar sein sollen. Ein Rücksende- oder Prüflager muss nicht dieselbe Aufgabe wie ein versandbereites Lager erfüllen. Die gewünschte Verkaufsverfügbarkeit sollte aus dem Prozess abgeleitet und anschließend in der konkreten Konfiguration geprüft werden.
Die berechnete Menge nachvollziehen
Der Shopify-Connector dokumentiert mehrere Einstellungen, die den übertragenen Wert beeinflussen:
- Reservierungen beachten: Reservierte Mengen können abgezogen werden.
- Offene Aufträge beachten: Offene Auftragsmengen können die gemeldete Menge verringern.
- Lagerkorrekturwert beachten: Ein im Artikel gepflegter Wert kann berücksichtigt werden.
- Pseudo Lagerzahl: Statt der berechneten Menge kann eine festgelegte Pseudomenge verwendet werden.
Leite den erwarteten Wert aus den tatsächlich aktiven Einstellungen ab. Ändere nicht mehrere Schalter gleichzeitig, um den Shopwert zufällig an den ERP-Wert anzugleichen. Das würde die Ursache verdecken und kann andere Artikel beeinflussen.
Artikelzuordnung und Übertragungsstatus prüfen
Kontrolliere, ob der Artikel die Filter der Artikelzuordnung erfüllt. Laut Hersteller reicht es nicht, ihn dort herauszufiltern, um ihn aus Shopify zu entfernen: Er bleibt im Shop, erhält aber keine aktuellen Daten mehr über diese Auswahl. Ein scheinbar „eingefrorener“ Bestand kann daher eine Folge der Auswahl sein.
Öffne anschließend das Artikel-Journal und betrachte gezielt den Bereich Bestand. Die Dokumentation unterscheidet Stammdaten, Bestand und Preise. Ein erfolgreicher Stammdatenexport sagt noch nichts über den letzten Bestandslauf aus. Prüfe Status und Verlauf, korrigiere die erkennbare Ursache und stoße bei Bedarf den einzelnen Datensatz kontrolliert erneut an.
Ergebnis prüfen und Ursache dokumentieren
Vergleiche nach der Korrektur den erwarteten Wert mit dem tatsächlichen Shopify-Standort. Teste danach eine neue Bestandsbewegung, damit nicht nur eine einmalige manuelle Übertragung funktioniert. Halte Ursache, Änderung und Ergebnis fest.
Wenn die Abweichung weiter besteht, bereite Artikelkennung, Standortzuordnung, aktive Bestandsregeln und Journalhinweise für die Betreuung vor. Diese Angaben sind für eine gezielte Supportanfrage hilfreicher als „Bestand stimmt nicht“. Der Anbindungsüberblick erklärt die übrigen Datenflüsse.
Passender Einblick aus einem Kundenprojekt
Die Fallstudie reitstiefel.shop beschreibt die gemeinsame Steuerung von Artikeln, Beständen und Versand über mehrere Standorte. Sie zeigt, warum Lagerzuordnung und Datenhoheit bei einem Händler mit Filialen und Onlineshop gemeinsam geplant werden sollten.
Ein Bestandsprotokoll für genau eine Variante
Für die Diagnose empfehlen wir eine Momentaufnahme mit Artikelkennung, konkreter Variante, Lagerzuordnung, aktiven Berechnungsregeln und dem letzten Bestandslauf. Notiere den erwarteten Shopwert und erkläre seine Herleitung. Erst dann vergleichst du ihn mit dem Bestand am richtigen Shopify-Standort.
Ein illustratives, bewusst vereinfachtes Beispiel: Im zugeordneten Lager liegen 20 Einheiten. Wenn für diesen Test ausschließlich ein belegter Abzug von drei reservierten Einheiten relevant ist und keine weiteren Korrekturen greifen, wäre ein erwarteter Verkaufsbestand von 17 nachvollziehbar. Das ist keine allgemeine Formel für jede Connector-Konfiguration. Sobald mehrere Lager, offene Aufträge oder Pseudobestände hinzukommen, muss deren dokumentiertes Verhalten separat berücksichtigt werden.
Besonderheit bei mehreren Shopify-Standorten
Die Shopify-FAQ im Xentral-Hilfecenter beschreibt eine wichtige Einschränkung: Die Reservierungsinformation liegt für diese Berechnung auf Produktebene und nicht auf Lagerebene vor. Werden mehrere Xentral-Lager mit verschiedenen Shopify-Standorten verbunden, kann der reservierte Bestand an mehreren Standorten abgezogen werden. Sind diese Lager einem gemeinsamen Shopify-Standort zugeordnet, beschreibt die FAQ den einmaligen Abzug dort.
Eine scheinbar zu kleine Shopmenge kann damit aus der gewählten Zuordnung entstehen. Prüfe die gewünschte Verkaufslogik mit eurem Lagerprozess, bevor du Reservierungen pauschal deaktivierst. Das würde zwar eine Zahl erhöhen, aber möglicherweise die beabsichtigte Berücksichtigung bereits gebundener Ware aufheben. Für die strukturelle Planung hilft der Beitrag zu mehreren Lagern in Xentral.
Den richtigen Journalbereich prüfen
Die Journal-Dokumentation unterscheidet Stammdaten, Bestand und Preise. Für eine Bestandsabweichung öffnest du den Bestandsbereich des betroffenen Artikels. Prüfe Zeitpunkt, Status und Verlauf. Ein grüner Stammdatenaustausch kann gleichzeitig neben einer fehlgeschlagenen Bestandsübertragung stehen.
Für einen kontrollierten Einzeltest beschreibt Xentral „Bestand synchronisieren“ und „Bestand-Synchronisierung starten“. Dokumentiere den Sollwert vor dem Anstoß und den Zielwert danach. Im Produktivbetrieb beschreibt die Hilfe den Artikel-, Bestands- und Preisaustausch als ereignisbasiert. Prüfe daher anschließend auch eine vereinbarte reale Prozessänderung im kontrollierten Test; eine manuelle Übertragung allein bestätigt diesen Auslöser noch nicht.
Vier Ergebnisse, vier nächste Schritte
- Der berechnete Sollwert ist bereits unerwartet: Lagerauswahl und Berechnungsregeln prüfen. Der Transport kann korrekt funktionieren.
- Der richtige Sollwert wird fehlerhaft übertragen: Journalmeldung und Zuordnung untersuchen, dann gezielt erneut testen.
- Der Zielwert war kurz korrekt und ändert sich erneut: Weitere Bestandsbewegungen und andere schreibende Anwendungen untersuchen. Eine zweite Quelle ist eine Prüfhypothese, keine automatisch feststehende Ursache.
- Der Artikel erhält gar keine neuen Daten: Artikelzuordnung, Filter und Aktivierung kontrollieren. Herausfiltern entfernt einen bestehenden Shopartikel laut Dokumentation nicht.
Halte am Ende nicht nur die korrigierte Zahl fest, sondern auch die Ursache und den geprüften Folgelauf. Falls die physische Menge bereits vom ERP abweicht, wechsle in die Diagnose der Bestandsdifferenzen. Eine Connector-Einstellung sollte keine ungeklärte Lagerbewegung kaschieren.
Quellen und fachlicher Stand
Herstellerdokumentation geprüft am 17. September 2026. Die Empfehlungen zur Projektorganisation sind redaktionelle Empfehlungen von CommerceOS.
Häufige Fragen
Müssen ERP-Bestand und Shopify-Bestand immer gleich sein?
Nein. Vergleiche die für denselben Standort berechnete verkaufbare Menge. Reservierungen und weitere Einstellungen können den übertragenen Wert verändern.
Was bewirkt die Pseudo Lagerzahl?
Bei aktivierter entsprechender Einstellung kann eine festgelegte Pseudomenge statt des berechneten Bestands übertragen werden.
Warum wird ein einzelner Artikel nicht mehr aktualisiert?
Prüfe zuerst Artikelzuordnung und Filter sowie anschließend den Bestandsstatus im Journal. Die konkrete Ursache ergibt sich aus dem betroffenen Datensatz.
Soll ich den Wert direkt in Shopify korrigieren?
Kläre zuerst die Datenhoheit. Eine manuelle Änderung kann beim nächsten ERP-Lauf überschrieben werden und die Ursache verdecken.
Welche Angaben braucht der Support?
SKU beziehungsweise Artikelnummer, Variante, beide Standorte, Beobachtungszeitpunkt, erwartete Menge, aktive Regeln und relevante Journalhinweise.
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