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Shopware 6 mit Xentral verbinden: Workflows und Abnahme planen

Dennis FühnerDennis Fühner · 17. September 2026
Illustration: Shopware 6 mit Xentral verbinden: Workflows und Abnahme planen
KI-generiertes Bild

Das Wichtigste in Kürze

  • Prüfe Artikel, Bestand, Preise und Aufträge als getrennte Workflows.
  • Die ausgewählten Xentral-Lager bestimmen die Grundlage der Bestandsmeldung.
  • Varianten, Kundengruppen und Shop-Erweiterungen gehören in den konkreten Einführungstest.

Eine Shopware-6-Anbindung sollte am gesamten Bestellprozess geprüft werden. Neben dem Auftragsimport spielen Artikel, Varianten, Preise und Bestandsmeldungen eine Rolle. Der dokumentierte Shopware6-Connector in Xentral Connect bietet dafür getrennte Workflow-Bereiche. Welche Konfiguration passt, hängt von deinem Shop, den Verkaufskanälen und den benötigten Sonderfällen ab.

Datenhoheit und Umfang vereinbaren

Lege zunächst fest, wo Produkttexte, Preise und Lagerinformationen gepflegt werden. Dokumentiere pro Datenart Richtung und Umfang der Übertragung. Erweiterungen im Shop können zusätzliche Anforderungen erzeugen; ihre Unterstützung muss konkret geprüft werden und folgt nicht allein aus dem Vorhandensein eines Standard-Connectors.

Die Herstellerdokumentation beschreibt Aktiv-Schalter pro Workflow-Reiter. Lass einen Bereich erst produktiv laufen, wenn die Konfiguration und die benötigten Tests abgeschlossen sind. Eine globale Freigabe ohne Kenntnis der einzelnen Datenflüsse erschwert die Fehlerzuordnung.

Bereite die Zuordnung mit einem gepflegten Xentral-Artikelstamm vor. Die Go-live-Checkliste hilft anschließend, den vollständigen Ablauf vom Testauftrag bis zur Rückmeldung abzunehmen.

Artikel und Varianten repräsentativ testen

Beginne mit einem einfachen Artikel und einer für euren Shop typischen Variantenstruktur. Prüfe, ob Hauptartikel und Ausprägungen richtig zugeordnet sind und ob die gewünschten Informationen im Ziel ankommen. Berücksichtige dabei tatsächlich verwendete Texte, Übersetzungen und zusätzliche Felder.

Für Übersetzungen beschreibt Xentral eine Priorität zwischen shopspezifischen Texten, allgemeinen Shoptexten und den Feldern im Artikelstamm. Wenn ein anderer Text erscheint als erwartet, prüfe daher die verwendete Quelle. Eine erfolgreiche Übertragung ist noch kein Nachweis, dass die gewünschte Textebene ausgewählt wurde.

Bestandsmeldung aus den richtigen Lagern

Im Bestandsworkflow werden die Xentral-Lager ausgewählt, deren Mengen summiert an den Shop gemeldet werden. Prüfe diese Auswahl besonders dann, wenn mehrere Standorte, Retourenbereiche oder externe Lager existieren. Der Gesamtbestand des Unternehmens ist nicht automatisch die passende Verkaufsmenge.

Weitere dokumentierte Einstellungen betreffen Reservierungen, offene Aufträge, Lagerkorrekturwerte und Pseudolagerzahlen. Leite für einen Testartikel den erwarteten Shopwert aus den aktiven Regeln ab. Eine reine Gegenüberstellung zweier Zahlen ohne diese Definition kann zu einer falschen Fehlerdiagnose führen.

Preise und Kundengruppen abnehmen

Die Dokumentation beschreibt eine Preisauswahl über Kundengruppen sowie zusätzliche Einstellungen für erweiterte Preise. Dabei müssen Gruppen und ihre Zuordnung in beiden Systemen passen. Prüfe nicht nur den Standardpreis, wenn euer Geschäft tatsächlich unterschiedliche Kunden- oder Preisgruppen verwendet.

  • Welcher Preis gilt für den normalen Shopkunden?
  • Welche Gruppen benötigen eigene Konditionen?
  • Welche Währung und Betragsbasis wird verwendet?
  • Wie werden Änderungen kontrolliert übertragen?
  • Wer bestätigt die fachlich richtigen Ergebnisse?

Die konkrete steuerliche Behandlung gehört in die Abstimmung mit den zuständigen Fachverantwortlichen. Eine technische Zuordnung ersetzt diese Entscheidung nicht.

Vom Testauftrag bis zur Rückmeldung

Prüfe einen vollständigen Auftrag einschließlich Positionen, Mengen, Versandkosten, Rabatten und der benötigten Rückmeldung. Ergänze einen typischen Sonderfall und eine fehlerhafte Zuordnung. Halte fest, wo das Team den Fehler erkennt und wie ein einzelner Vorgang nach Korrektur weiterbearbeitet wird.

Zum Produktivstart gehören ein abgegrenzter Übergabezeitpunkt, gesicherte Einstellungen und klare Zuständigkeiten. Die Go-live-Checkliste hilft bei der Gesamtfreigabe. Für ein Integrationsangebot sollten Standardkonfiguration, besondere Shop-Anforderungen, Tests und laufende Betreuung getrennt erkennbar sein.

Ein Testsortiment mit erwarteten Zielwerten vorbereiten

Wähle wenige Artikel, die die wirklichen Anforderungen eures Shops abdecken: einen einfachen Artikel, eine Variantenfamilie und gegebenenfalls einen Artikel mit übersetzten Texten oder besonderen Preisen. Notiere für jedes Beispiel, welche Werte im Shop ankommen sollen. Nur „Artikel wurde übertragen“ ist als Abnahmekriterium zu ungenau.

Unser Vorschlag für das Prüfblatt: Xentral-Kennung, Shopware-Kennung, Variantenbeziehung, Textquelle, Medienquelle, Lagerauswahl und Preisgruppe. Ergänze Felder, die bewusst in Shopware gepflegt bleiben. Ein erfolgreicher Test soll auch zeigen, dass diese Inhalte durch die gewählte Übertragung nicht unerwünscht verändert werden.

Stammdaten, Bestand und Preis getrennt prüfen

Die Shopware6-Journal-Anleitung beschreibt separate Aktionen für Artikelstammdaten, Bestand und Preise. Dabei werden nur die Datentypen übertragen, die im jeweiligen Workflow aktiviert sind. Wenn ein zusätzliches Feld fehlt, prüfe deshalb zuerst seine Freigabe und Zuordnung, bevor du die gesamte Verbindung neu einrichtest.

  1. Den Testartikel im Journal auswählen und den betroffenen Datenbereich bestimmen.
  2. Die aktiven Datentypen mit dem Prüfblatt vergleichen.
  3. Die einzelne Übertragung anstoßen und den Verlauf aktualisieren.
  4. Das Ergebnis am richtigen Shopartikel beziehungsweise an der richtigen Variante prüfen.
  5. Erst nach erfolgreicher Einzelprüfung weitere Artikel freigeben.

Bei Beständen muss der erwartete Wert aus den ausgewählten Lagern und Berechnungsregeln entstehen. Bei Preisen kontrollierst du die konkrete Kundengruppe und die vereinbarte Betragsbasis. Die dafür maßgeblichen Einstellungen stehen in der Workflow-Dokumentation.

Wenn einzelne Inhalte fehlen, obwohl die Übertragung läuft

Die Shopware6-FAQ beschreibt beispielsweise, dass der manuelle Lieferzeittext exakt einer verfügbaren Shopware-Option entsprechen muss. Ein frei formulierter Text kann daher nicht allein deshalb als gültige Zuordnung gelten, weil er im ERP lesbar hinterlegt ist. Vergleiche die erlaubten Zielwerte mit dem übertragenen Wert.

Bei fehlenden Bildern nennt die FAQ zunächst die zugewiesenen Medien, den aktivierten Bild-Datentyp und den gewählten Medienordner als Prüfpunkte. Prüfe diese Konfiguration vor Eingriffen in Hosting oder Zugriffsschutz. Wenn die Daten richtig zugeordnet sind, die Dateien aber nicht abgerufen werden können, sollte der technische Betreiber den konkreten Abruf untersuchen. Pauschales Abschalten von Schutzregeln ist keine geeignete Standardlösung.

Ein anderer Fall ist ein aus dem Filter entfernter Artikel. Laut Hersteller bleibt er im Shop, erhält aber keine neuen Daten mehr. „Nicht mehr synchronisieren“ und „nicht mehr anbieten“ sind unterschiedliche Entscheidungen. Nutze für Sortimentsänderungen das dokumentierte Verfahren und prüfe besonders Variantenbeziehungen, bevor du Strukturen entfernst.

Eine Bestellung mit euren Sonderfällen durchspielen

Ein illustratives Testpaket enthält eine normale Bestellung und einen für euren Shop wichtigen Sonderfall, etwa eine Variantenposition mit Rabatt oder einen B2B-Preis. Vergleiche Artikel, Mengen, Preisbasis, Versandkosten, Zahlungsart und Projektzuordnung. Lege vorher fest, welche Abweichungen akzeptiert werden dürfen und welche den Start blockieren.

Prüfe anschließend die vorgesehene Rückmeldung. Ein importierter Auftrag beweist noch nicht, dass Tracking und Status korrekt im Shop ankommen. Dokumentiere die Referenzen beider Systeme sowie das jeweilige Ergebnis im Journal. Shop-Erweiterungen gehören mit Namen, Zweck und betroffenem Datenfluss in die Abnahme; ihre Unterstützung folgt nicht automatisch aus einem erfolgreichen Standardtest.

Übergabe in den laufenden Betrieb

Lege eine zuständige Person für Journalfehler fest und beschreibe, wann ein einzelner Datensatz nach Korrektur erneut verarbeitet werden darf. Bewahre die geprüfte Konfiguration und das Testsortiment auf. Nach einem relevanten Shop- oder Plugin-Update kannst du dieselben Fälle erneut kontrollieren. Für den Starttermin verbindet die Go-live-Checkliste diese Schnittstellenprüfung mit Lager, Belegen und Verantwortlichkeiten.

Quellen und fachlicher Stand

Herstellerdokumentation geprüft am 17. September 2026. Die Empfehlungen zur Projektorganisation sind redaktionelle Empfehlungen von CommerceOS.

Dennis Fühner
Dennis Fühner
Geschäftsführer & Gründer bei CommerceOS

Dennis ist Gründer von CommerceOS (founderlab GmbH) und Xentral Gold Partner. Mit seinem Team hat er über 200 ERP-Projekte für E-Commerce-Brands und Händler umgesetzt.

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Häufige Fragen

Sind alle Shopware-Erweiterungen automatisch unterstützt?

Das lässt sich nicht pauschal zusagen. Prüfe die zusätzlichen Daten und Abläufe jeder relevanten Erweiterung.

Welche Lagerbestände werden an Shopware gemeldet?

Die Dokumentation beschreibt eine Auswahl von Xentral-Lagern, deren Bestände summiert werden. Zusätzliche Berechnungsoptionen können den übertragenen Wert beeinflussen.

Warum erscheint ein anderer Produkttext im Shop?

Prüfe die dokumentierte Priorität shopspezifischer und allgemeiner Texte sowie der Felder im Artikelstamm.

Was ist bei unterschiedlichen Kundengruppen wichtig?

Die Preisquelle und Zuordnung müssen in beiden Systemen passen. Teste die tatsächlich verwendeten Gruppen einzeln.

Wann sollte die Schnittstelle produktiv geschaltet werden?

Nach Prüfung der einzelnen Workflows und eines vollständigen Geschäftsablaufs einschließlich Fehlerbearbeitung und notwendiger Rückmeldungen.

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