Das Wichtigste in Kürze
Eine Fulfillment-Anbindung verbindet Aufträge, Bestände und Versandrückmeldungen zwischen Xentral und dem Logistikpartner. Eigene, externe und virtuelle Lager müssen dabei eindeutig zugeordnet sein. Gute Stammdaten und klare Abläufe auf beiden Seiten sind die Grundlage für eine verlässliche Auslagerung.
Bei einer Fulfillment-Anbindung müssen ausgehende Aufträge und eingehende Rückmeldungen zusammenpassen. Xentral kann in einem solchen Ablauf die kaufmännische Verarbeitung übernehmen, während ein externer Dienstleister lagert, pickt, packt und versendet. Welcher technische Weg geeignet ist, hängt von der Schnittstelle des Dienstleisters und den tatsächlich benötigten Daten ab.
Den Integrationsweg anhand der benötigten Vorgänge auswählen
Ein dokumentierter Weg ist das Modul Übertragungen. Die Herstellerhilfe beschreibt darüber den Austausch von Belegen, Tracking und Lagerzahlen. Daneben erläutert der API-Leitfaden für Fulfillment einen Ablauf für eigene Integrationen. Eine vom Dienstleister bereitgestellte Anbindung ist ebenfalls anhand ihres konkreten Funktionsumfangs zu prüfen. Aus der Existenz eines Zugangs folgt keine universelle Unterstützung jedes Lagerprozesses.
Erstelle vor der Auswahl eine Liste der benötigten Richtungen: Artikel zum Lager, Versandauftrag zum Lager, Annahme oder Fehler zurück, Tracking zurück und Bestandsinformation zurück. Ergänze Retouren, Storno und Änderungen, wenn diese benötigt werden. Bestätige jede Richtung mit dem Dienstleister; eine erfolgreiche Auftragsübertragung beweist noch keine funktionierende Rückmeldung.
Artikel und Lager vor der ersten Übergabe abstimmen
Beide Systeme müssen dieselben verkaufbaren Varianten und Einheiten erkennen. Prüfe interne Artikelnummer, externe Kennung, Verpackungseinheit und gegebenenfalls Charge, MHD oder Seriennummer. Ein unbekannter Artikel sollte in einen definierten Klärfall führen. Eine automatische Neuanlage ist nur sinnvoll, wenn ihre Daten und Folgen bewusst geprüft wurden.
Lege außerdem fest, welcher Bestand in Xentral den externen Standort repräsentiert und welche Menge an die Verkaufskanäle gemeldet werden darf. Physisch vorhandene, gesperrte und bereits zugesagte Ware sind unterschiedliche Größen. Der Leitfaden zu mehreren Lagern ergänzt die Planung; die Artikelstammdaten bilden die Grundlage der Zuordnung.
Mit manueller Freigabe einen vollständigen Pilot prüfen
Die Anleitung zum Übertragungen-Modul empfiehlt bei der Einrichtung zunächst die Option Manuelle Freigabe erforderlich. Damit können erste Belege gezielt übertragen und beim Dienstleister geprüft werden. Verwende einen abgestimmten Testweg, der keine unbeabsichtigte Kundenlieferung auslöst.
- Einen freigegebenen Testvorgang mit bekannten Artikeln und Mengen vorbereiten.
- Ausgehenden Beleg und übermittelte Daten kontrollieren.
- Die Annahme und Zuordnung im System des Dienstleisters bestätigen.
- Die vorgesehene Bearbeitung bis zur Versandrückmeldung prüfen.
- Tracking am richtigen Vorgang und im Verkaufskanal kontrollieren.
- Die anschließend gemeldete Bestandsinformation abgleichen.
Prüfe einen einfachen Auftrag und einen relevanten Sonderfall. Bei einem gemischten Auftrag mit mehreren Varianten können Zuordnungsfehler sichtbar werden, die ein Einartikeltest nicht aufdeckt. Die erwarteten Ergebnisse sollten vor der Ausführung feststehen.
Den Monitor für die Fehlersuche nutzen
Im Modul Übertragungen zeigt der Monitor einzelne ein- und ausgehende Dateien. Laut Hersteller lassen sich Fehler sowie Tracking, Lagerzahlen und Belegarten gezielt filtern. Die Meldung und der Zeitstempel helfen dabei, den betroffenen Schritt zu bestimmen. Ein leerer Filter bedeutet allerdings nicht automatisch einen Fehler: Die entsprechende Übertragung muss eingerichtet und aktiviert sein.
Unterscheide die Ansichten Nicht freigegeben, Zu übertragen und Übertragen. Ein Vorgang kann bewusst auf Freigabe warten oder noch in der Warteschlange liegen. Das Zeitintervall richtet sich nach dem Prozessstarter; die gleichzeitig bearbeitete Menge nach der Konfiguration. Ein allgemeines Versprechen eines festen Echtzeitabgleichs wäre deshalb unpassend.
Vor einer Wiederholung den Zielzustand klären
Illustratives Beispiel: Eine Datei wurde übertragen, aber die erwartete Bestätigung bleibt aus. Bevor jemand erneut sendet, muss geprüft werden, ob der Dienstleister bereits einen Versandauftrag angelegt hat. Die Funktion zur erneuten Übertragung ist kein Nachweis dafür, dass ein zweiter Versuch fachlich folgenlos bleibt.
Vereinbart eine eindeutige Referenz und den Umgang mit doppelten Nachrichten. Dokumentiert, wer beim Dienstleister den Bearbeitungszustand bestätigt. Für die Technik sind Quellreferenz, Zielreferenz, Zeitpunkt und letzte Meldung nützlich; Zugangsdaten gehören nicht in das Fehlerprotokoll.
Bestandsrückmeldung und Tracking getrennt überwachen
Die Herstellerhilfe beschreibt eigene Ansichten für Tracking und Lagerzahlen einschließlich Zeitstempeln. Kontrolliere nicht nur, ob irgendein Wert vorliegt, sondern ob er zum richtigen Vorgang beziehungsweise Artikel gehört und aktuell genug für euren Prozess ist. Eine aktuelle Trackingmeldung sagt nichts über die Vollständigkeit des Bestandsabgleichs aus.
Unsere Empfehlung ist eine tägliche Klärliste während der Startphase: übergebene Vorgänge ohne bestätigten Folgezustand, fehlende Trackinginformationen, veraltete Lagerzahlen und unbekannte Artikel. Vereinbart Verantwortliche und akzeptable Bearbeitungszeiten passend zu eurem Betrieb.
Mischbetrieb und Dienstleisterwechsel ausdrücklich planen
Wenn eigenes Lager und Fulfiller parallel arbeiten, braucht jeder Auftrag eine eindeutige Zuständigkeit. Prüfe, wie diese Auswahl in eurem Setup erfolgt und wie Restmengen behandelt werden. Automatische Auswahl nach Bestand darf nicht angenommen werden, solange sie nicht für die konkrete Lösung nachgewiesen ist.
Beim Wechsel des Dienstleisters bleiben alte Aufträge, Retouren und späte Rückmeldungen bestehen. Die Checkliste zum 3PL-Wechsel erläutert die Übergabe. Für die Entscheidung zwischen eigener Abwicklung und externer Logistik ergänzen Lagerverwaltung und Versand die operativen Anforderungen.
Quellen und fachlicher Stand
Herstellerdokumentation zu 3PL-Übertragungen, Tracking-E-Mails, Amazon-FBA-Projekten und API-Fulfillment geprüft am 26. September 2026. Die jeweiligen Primärquellen sind im Artikel und in den FAQ verlinkt. Die Prüfvorlagen sind redaktionelle Empfehlungen. Verfügbarkeit, Einrichtungsumfang und Kosten der konkreten Anbindung müssen anhand des gewählten Angebots bestätigt werden.
Häufige Fragen zu Xentral und Fulfillment
Welche Fulfillment-Dienstleister kann ich an Xentral anbinden?
Das hängt von den verfügbaren Schnittstellen des Dienstleisters und den benötigten Vorgängen ab. Prüfe Auftragsübergabe, Tracking, Bestandsmeldung und Sonderfälle für die konkrete Lösung. Eine allgemeine Zusage für jeden Anbieter wäre zu weitgehend.
Kann ich die Anbindung über die API bauen?
Ja, für eine eigene Anbindung. Die Xentral-API-Dokumentation für Fulfillment beschreibt Abläufe rund um Aufträge, Lieferscheine, Bestände, Wareneingänge und Sendungen. Welche Endpunkte und Rückmeldungen dein Dienstleister tatsächlich nutzt, muss für die konkrete Integration geprüft werden.
Wie kommen die Bestände des Fulfillers nach Xentral?
Über eine passend konfigurierte Übertragung mit „Lagerzahlen empfangen“ oder über eine eigene API-Anbindung. Für den Bestand des Dienstleisters richtest du in Xentral ein eigenes virtuelles Lager mit Lagerplatz ein. Wohin eingehende Mengen gebucht werden, hängt von den Einstellungen der Übertragung und den übermittelten Daten ab. Die Xentral-Anleitung zeigt die Zuordnung.
Bekommt mein Kunde automatisch eine Tracking-Mail?
Wenn der Tracking-Rückweg eingerichtet und „Tracking Mail“ aktiviert ist, kann Xentral nach Empfang der Sendungsdaten eine Tracking-E-Mail versenden. Rechnungserstellung („Rechnung anlegen“) und Rechnungsversand („Rechnung Mail“) sind getrennte Optionen mit eigenen Voraussetzungen. Das zeigt Xentrals Praxisbeispiel.
Läuft der Austausch in Echtzeit?
Beim Übertragungen-Modul richtet sich der Austausch nach dem konfigurierten Prozessstarter und der Verarbeitung. Prüfe den benötigten Takt im vollständigen Ablauf. Auch eine API-Anbindung garantiert nicht allein eine bestimmte Aktualität.
Geht Amazon FBA über das Übertragungen-Modul?
Für Amazon FBA nutzt du die Amazon-Anbindung, nicht das allgemeine 3PL-Übertragungen-Modul. Amazon übernimmt den physischen Versand. Bei Amazon Connect braucht es ein eigenes FBA-Projekt mit dem Kommissionierverfahren „Ohne Lagerbuchung“, damit Xentral keinen eigenen Versandprozess für diese Aufträge anstößt. Siehe die Xentral-Anleitung.
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