Das Wichtigste in Kürze
- Mobile Picking benötigt passende Projekteinstellungen, Benutzerrechte und eindeutig gekennzeichnete Kisten.
- Die App führt durch den Pick; Versandlabels gehören in den anschließenden Versandprozess.
- Prüfe Chargen, MHD und Ausnahmefälle mit einem kleinen Pilotlauf.
Die Mobile Picking App führt Mitarbeitende durch Kommissionierläufe direkt im Lager. Für eine zuverlässige Einführung müssen Gerät, Stammdaten und Projektkonfiguration zusammenpassen. Beginne mit einem vollständigen kleinen Ablauf vom bereitgestellten Auftrag bis zur Übergabe am Packtisch. Ein erfolgreicher Login allein ist noch keine Abnahme.
Verfügbarkeit und Geräte prüfen
Die aktuelle Herstellerhilfe nennt die Nutzung ab dem Business-Plan. Prüfe vor der Einführung euren konkreten Vertrag und die Freischaltung. Lizenzumfang, Geräte und Einführungsleistung sind getrennte Budgetpunkte.
Vor dem Scanner-Rollout muss die Lagerstruktur stimmen. Prüfe danach auch die Übergabe an den Packtisch, damit die Abnahme nicht mit dem letzten Pick endet.
Geräte und Kennzeichnungen vorbereiten
Xentral beschreibt die Nutzung auf Android- und iOS-Geräten sowie professionellen MDE-Geräten. Für einen ersten Test kann ein Smartphone mit Kamera verwendet werden. Prüfe die konkrete Hardware anhand der aktuellen Herstellerliste und unter den tatsächlichen Bedingungen im Lager.
Lagerplätze, Produkte und Kommissionierkisten müssen eindeutig erkennbar sein. Kisten beziehungsweise Sammelbehälter sind laut Dokumentation verpflichtend; freies Picken ohne Behälter wird nicht unterstützt. Teste die Beschriftung deshalb genauso sorgfältig wie die App. Ein beschädigtes oder doppelt vergebenes Etikett kann den Ablauf unnötig unterbrechen.
Zugänge und Rechte gezielt vergeben
Die Anmeldung erfolgt über einen persönlichen QR-Code und eine numerische PIN. Zusätzlich brauchen Benutzer die passenden Rechte für Kommissionierläufe, Produktexport und Kisten. Rechte zur Anlage neuer Kisten sollten nur Personen erhalten, die diese Aufgabe tatsächlich übernehmen.
Nutze für die Abnahme einen normalen Lagerbenutzer. Ein Test ausschließlich mit einem Administratorkonto kann fehlende Berechtigungen im späteren Betrieb verdecken. Halte fest, wer Geräte und Zugänge verwaltet und wie bei einem Personalwechsel vorgegangen wird.
Projektkonfiguration vor dem Start prüfen
Die Herstelleranleitung nennt passende Kommissionierverfahren und die Aktivierung der Mobile-Picking-Option im Projekt. Falls bisher Multi-Order-Picking verwendet wurde, muss dieses laut Dokumentation vor dem Einsatz der App für das betreffende Projekt deaktiviert werden. Plane diesen Wechsel mit den offenen Vorgängen und dem Lagerteam.
Die Reihenfolge der Lagerplätze wird über Sortiernummern in Xentral vorbereitet. Gehe den geplanten Weg physisch ab. Eine im System vollständige Liste kann trotzdem unnötige Wege enthalten, wenn die Reihenfolge nicht zur tatsächlichen Anordnung passt.
Chargen und Mindesthaltbarkeit beachten
Die tatsächlich entnommene Ware muss zum in der App ausgewählten Bestand einschließlich Charge und Mindesthaltbarkeitsdatum passen. Ein notwendiger Wechsel auf einen anderen Bestand erfolgt über den dafür vorgesehenen Ablauf in der App; eine ungebuchte Abweichung ist kein Ersatz dafür. Die dokumentierte MHD-Zuordnung folgt FEFO, also dem zuerst ablaufenden Datum. Prüfe diesen Ablauf besonders bei Lebensmitteln oder anderen entsprechend geführten Artikeln.
Nach dem Scan der Kommissionierkisten beschreibt Xentral eine Offline-Nutzung für den weiteren Pickvorgang. Daraus sollte keine Zusage abgeleitet werden, dass sämtliche Schritte des gesamten Versandprozesses ohne Verbindung möglich sind. Prüfe die Übergabe und Synchronisation im Pilotlauf ausdrücklich.
Ausnahmen und Übergabe abnehmen
Teste neben einem vollständigen Auftrag auch einen fehlenden beziehungsweise beschädigten Artikel und eine Unterbrechung des Laufs. Ein begonnener Lauf kann laut Dokumentation nur durch denselben Benutzer fortgesetzt werden. Das ist für Pausen, Schichtwechsel und Vertretung wichtig.
Versandlabels werden nicht direkt durch die App gedruckt, sondern im vorgesehenen Versandprozess beziehungsweise über passend eingerichtete Abläufe. Prüfe daher die Übergabe am Packtisch bis zur richtigen Sendung. Die verlinkte Videoanleitung der Xentral Academy zeigt den Herstellerablauf; unser Versandleitfaden ergänzt den Gesamtprozess.
Passender Einblick aus einem Kundenprojekt
Als ergänzender Projektkontext beschreibt die Fallstudie reitstiefel.shop die Verbindung von Varianten, mehreren Standorten und zentralem Versand. Sie hilft bei der Einordnung zusammenhängender Lagerprozesse; die konkrete Einrichtung dieses Artikels ist daraus nicht als unveränderte Vorlage ableitbar.
Ein Pilot, der den gesamten Weg abbildet
Wähle einen normalen Lagerbenutzer, die tatsächlich vorgesehene Hardware und ein kleines repräsentatives Auftragspaket. Unser Vorschlag umfasst einen einfachen Auftrag, mehrere Exemplare derselben Variante und einen gemischten Auftrag. Wenn ihr Charge oder MHD führt, gehört ein solcher Fall dazu. Erwartete Kisten, Artikelmengen und Übergabe am Packtisch werden vorab festgehalten.
Die Herstelleranleitung zur Mobile Picking App beschreibt den vollständigen Ablauf einschließlich Kistenzuordnung, Pickschritten und Abschluss. Nutze sie für die konkreten Bedienhandlungen. Ein Test nur bis zum letzten Scan lässt offen, ob der Lauf richtig synchronisiert und am Packtisch weiterverarbeitet werden kann.
Verbindung und Unterbrechung bewusst testen
Laut Dokumentation wird eine Verbindung zum Laden der Läufe, zur Auswahl und zur Kistenzuordnung benötigt. Der eigentliche Pickvorgang kann anschließend offline erfolgen; zum Abschluss ist wieder eine Verbindung erforderlich. Prüfe deshalb auch den Übergang aus einem Bereich mit schwachem Empfang zurück zur Synchronisation.
Ein illustrativer Test ist eine kurze Unterbrechung während eines abgestimmten Laufs. Kontrolliere danach den Bearbeitungsstand und die Fortsetzung durch denselben Benutzer. Die Anleitung beschreibt, dass ein begonnener Lauf nicht beliebig von einer anderen Person übernommen werden kann. Das ist für Schichtwechsel eine organisatorische Voraussetzung, keine Kleinigkeit der Anmeldung.
Alternative Lagerplätze kontrolliert verwenden
Die aktuelle Anleitung beschreibt unter bestimmten Voraussetzungen die Funktion „Von anderem Lagerplatz picken“. Dabei werden verfügbare alternative Plätze beziehungsweise Bestandseinträge angezeigt; Details können Charge, MHD und Seriennummern umfassen. Welche Auswahl möglich ist, hängt von der Konfiguration und dem Bearbeitungsstand ab. Prüfe die Voraussetzungen im verlinkten Abschnitt, bevor du diesen Weg in die Arbeitsanweisung aufnimmst.
Wichtig ist die fachliche Unterscheidung: Physisch andere Ware zu entnehmen, ohne den Systemvorgang anzupassen, ist etwas anderes als einen vorgesehenen Wechsel in der App zu bestätigen. Nach einem kontrollierten Wechsel müssen tatsächlicher Platz, ausgewählter Bestand und nachgelagerte Belege zusammenpassen. Für Meterware nennt die Anleitung eine eigene Grenze: Die Entnahme muss vollständig von einem Lagerplatz erfolgen.
MHD-Fälle anhand der einzelnen Pickschritte prüfen
Die Herstellerhilfe beschreibt FEFO für die MHD-Zuordnung und einen eigenen Schritt je Mindesthaltbarkeitsdatum. Ein illustrativer Bedarf von sechs Einheiten kann deshalb auf mehrere Schritte verteilt werden, wenn die verfügbare Menge eines Datums nicht ausreicht. Prüfe jede Teilmenge und Kennzeichnung, statt nur die Gesamtmenge in der Kiste zu bestätigen.
Eine solche Prüfung gehört vor den breiten Rollout, wenn euer Sortiment davon betroffen ist. Die App soll dem Team eine klare Zuordnung liefern; Abweichungen müssen im dafür vorgesehenen Prozess bearbeitet werden.
Abnahme am Packtisch abschließen
- Der richtige Benutzer kann den vorgesehenen Lauf starten.
- Alle verwendeten Kennungen werden mit der tatsächlichen Hardware erkannt.
- Artikel und Teilmengen landen in der richtigen Kiste.
- Unterbrechung und Wiederaufnahme entsprechen der dokumentierten Benutzerbindung.
- Der Abschluss wird synchronisiert und die Lieferung am Packtisch korrekt erkannt.
- Der Versandprozess erzeugt die vorgesehenen Belege und Rückmeldungen.
Bewahre die Prüffälle für spätere Änderungen auf. Der Packtisch-Leitfaden ergänzt den letzten Teil; die Lagerstruktur bleibt die Grundlage für verständliche Wege und eindeutige Plätze.
Quellen und fachlicher Stand
Herstellerdokumentation geprüft am 17. September 2026. Die Empfehlungen zur Projektorganisation sind redaktionelle Empfehlungen von CommerceOS.
Häufige Fragen
Kann ich die App zuerst mit einem Smartphone testen?
Die Herstelleranleitung beschreibt einen Test mit Android- oder iOS-Smartphone und Kamera. Für den produktiven Betrieb sollte die geeignete Hardware gezielt geprüft werden.
Geht Mobile Picking ohne Kisten?
Laut Xentral sind Kisten beziehungsweise Sammelbehälter erforderlich. Freies Picken ohne Behälter ist nicht vorgesehen.
Darf ich eine andere Charge als angezeigt entnehmen?
Nur über einen bestätigten Wechsel in der App. Ist „Von anderem Lagerplatz picken“ im Mobile-Pick-Profil aktiviert und für den Auftrag erlaubt, kannst du vor dem ersten Teilscan einen anderen verfügbaren Lagerplatz oder Bestandseintrag auswählen und bestätigen. Die App übernimmt dessen Charge und MHD. Eine abweichende Entnahme ohne diesen Wechsel ist nicht korrekt.
Kann ein anderer Benutzer einen begonnenen Lauf übernehmen?
Laut Hersteller kann nur der Benutzer, der ihn begonnen hat, den Lauf fortsetzen und abschließen.
Druckt die App selbst Versandlabels?
Nein. Die Labels gehören in den anschließenden Versandprozess beziehungsweise einen dafür eingerichteten Ablauf.
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